… UND EIN EISKALTES HÄNDCHEN

28. Juni 2017   |   VON: Verena OltKeine KommentareKategorie: The Addams Family

Damit die Darstellerinnen und Darsteller von »The Addams Family« in ihre Rollen schlüpfen können, legt sich das Team um Michael Shaw (die Maskenbildnerinnen Christina Elischer, Kim Rödl, Hannah Rendler und Janina Rudelbach) mächtig ins Zeug. Insgesamt dauert es drei Stunden, um alle Jugendlichen zu schminken und die Haare zu machen. Durchschnittlich benötigt es dafür 20 Minuten pro Person, allerdings gibt es auch aufwändigere Masken, z.B. muss bei Benjamin alias Fester neben dem Makeup noch die Glatze geklebt werden. Aufwändig ist auch die Maske von Josephine, die mit Perücke und Makeup in die 102-jährige Großmutter verwandelt wird.


von Josephine …


zur Oma!

Neben der Maske benötigt es natürlich auch eine ganze Menge an Requisiten, die auf der Bühne zum Einsatz kommen. Hierfür ist Massoud Ghanbarnia gemeinsam mit Gerda Schromm und Angelika Lohmar zuständig.

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Massoud Ghanbarnia neben einer kleinen Auswahl an Requisiten

Zu den Requisiten gehören unter anderem das Giftwägelchen der Großmutter, die Accessoires der Ahnen (z. B. diverse Waffen, ein Brautstrauß und ein Kartenspiel), Kerzenleuchter, Weinbecher, Teller mit (vermeintlich) verschimmeltem Obst, Schirme, Reiseführer, Banjo, Knochen, das eiskalte Händchen und, und, und …
Die erste Aufgabe der Requisite ist, im Laufe des Produktionsprozesses diese Dinge zu besorgen. Zum Teil werden die Requisiten eingekauft, zum Teil aber auch selbst hergestellt. Eines der aufwändigsten Requisiten bei »The Addams Family« ist das Familienalbum, in das Originalfotos von ca. 1935 bis Ende des 2. Weltkriegs eingeklebt sind. Außerdem kommt auf der Bühne ein Mobile mit Vögelchen zum Einsatz, bei dem eines abgerissen wird und kurz darauf wie tot auf den Boden fällt. Um das beste und realistischste Ergebnis zu erzielen, haben Massoud, Gerda und Angelika Vögel aus verschiedensten Materialien gebastelt und getestet.


Omas Giftvorrat

Wenn dann vor der Premiere alle Requisiten besorgt sind, werden diese in verschiedene Einheiten sortiert, in diesem Fall auf 40. Diese werden vor jeder Vorstellung überprüft, sortiert, bereitgestellt und dann schließlich auf und hinter der Bühne an abgesprochenen Plätzen abgelegt, damit die Jugendlichen sie auf der Bühne im richtigen Moment griffbereit haben. Dies dauert alles zusammen etwa zwei Stunden. In der Pause gibt es einen 20minütigen (sportlichen!) Umbau, bei dem die nicht mehr benötigten Dinge weggeräumt und die für die zweite Vorstellungshälfte benötigten Requisiten eingerichtet werden. Nach dem Ende jeder Vorstellung werden die Requisiten dann abgeräumt und rücksortiert.
Auch den Darstellerinnen und Darsteller fordern die Requisiten Disziplin ab: Sie müssen sorgfältig mit ihnen umgehen und sie nach Gebrauch während der Vorstellung immer wieder an den abgesprochenen Plätzen zurücklegen, damit sie für den nächsten Einsatz bereitliegen oder weggeräumt werden können.


Das eiskalte Händchen und der Brautstrauß

Fotos: Philipp Ruch, Nadja Rüde

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