Neben Kindheitserinnerungen blieben der Figurenspielerin Vanessa Valk von ihrem Großvater zwei Fotoalben und ein Tagebuch, die von seiner Reise auf die Marshall-Inseln im Jahr 1911 zeugen. In den Geschichten der Familie galt der Opa als „Held“. Drei Jahre blieb er dort, bis der Patriot eine „Südseefrau“ auf den Inseln sitzenließ und zurückkehrte, um für sein Vaterland in den Krieg zu ziehen. Wie erzählt sich aus heutiger Sicht die Geschichte eines waschechten Kolonialisten, dessen Heldenanekdoten in der Familienüberlieferung sein späteres Nazitum überdeckten?
Das Team von MEIN OPA AUF DEN MARSHALL-INSELN wird die Auseinandersetzung mit der Kolonialgeschichte Deutschlands in einer zweiten Theaterproduktion vertiefen, die im November 2024 Premiere hat: Im Stück IAKWE ODER WIE DER REGENBOGEN AUS DEM KELLER KAM begibt sich Theater TIER mit einer Gruppe Kinder und Jugendlicher, der Schauspielerin Lena Drieschner und dem Musiker Konrad Wiemann auf die Spur von Kunst- und Kulturobjekten, die in einer Zeit nach Freiburg gebracht wurden, als die Inseln unter der deutscher Kolonialherrschaft standen.
Fotos: Britt Schilling