5 FRAGEN AN … MICHAEL

21. Oktober 2022   |   VON: RedaktionKategorie: 2022/2023, 5 Fragen an ...

In der Serie „5 Fragen an …“ stellt sich das Team des Jungen Theaters mit Hilfe eines Fragebogens vor. Den hat diesmal der Künstlerische Leiter der Kinder- und Jugendsparte, Michael Kaiser, ausgefüllt. 

Michael wurde in Freiburg geboren, war Theaterpädagoge am Staatstheater Darmstadt und ist seit 2006 am Theater Freiburg engagiert. Als Künstlerischer Leiter des Jungen Theaters arbeitet er als Dramaturg, Regisseur, Autor und Performer. 2018 tauschte er für das Theaterstück DAS LEBEN DES ANDEREN den Job mit einem Lehrer und 2020 veröffentlichte er mit zwei Mit-Autorinnen das Sachbuch AUF KLINGEL, für das er ein Jahr in verschiedenen Pflegeeinrichtungen hospitiert hat. 

Am Theater gelandet bin ich …
durch eine Verkettung von Zufällen. Eigentlich war mein Plan, nur drei Monate in diesem Kosmos zu bleiben – und, schwupps, ist daraus quasi mein halbes Leben geworden.

Michael als Schausteller Rudolf Blume in RAUSCH + RUMMEL (2014)

Michael mit Benedikt Grubel beim 24-Stunden-Event INTENSIVSTATION (2015)

Szenenbild aus DIE KRONE AN MEINER WAND (2017, Foto: Britt Schilling)

Michael und Christoph Kopp in GEISTERJAGD DURCHS THEATER (2016, Foto: Rainer Muranyi)

Mein eindrucksvollstes Erlebnis an einem Theater …
kann ich nur ganz schwer benennen, denn in meinen Jahren am Theater Freiburg sind so unheimlich viele außergewöhnliche, irre und wundervolle Dinge passiert. Zum Beispiel: Als mich in meiner Rolle als Vokuhila-Schausteller Rudolf Blume bei unserem Spoken-Word-Event RAUSCH + RUMMEL selbst engste Kolleginnen und Kollegen nicht wiedererkannt haben. Oder: Als mein Team und ich uns für die total durchgeknallte INTENSIVSTATION mit zwanzig Fremden in den Werkraum eingeschlossen haben, um ebendort nach vierundzwanzig Stunden ein Stück zur Premiere zu bringen. Oder: Der Probenprozess zum Mehrgenerationenstück DIE KRONE AN MEINER WAND, in dem mich die Frauen, die an Krebs erkrankt waren, mit ihrer Stärke und ihrem Willen zum Leben unfassbar beeindruckt haben. Oder: Jedesmal, wenn ich mit dem Spukforscher Theo van Thom auf GEISTERJAGD DURCHS THEATER unterwegs war, hinterher von Kindern gefragt wurde, ob der Besen im Gang im dritten Stock nur zufällig umgefallen sei oder ob wir das inszeniert hätten. 

Im Theater Freiburg ist mein Lieblingsort …
die leere Bühne im Großen Haus – kurz vor Hausschluss, wenn die Vorstellung längst gelaufen ist und alle nach Hause gegangen sind. Eine ganz besondere Atmosphäre, die es nirgends sonst auf der Welt gibt. 

In meinem Job am wichtigsten ist mir, dass …
wir uns immer wieder aufs Neue herausfordern. Nichts ist für mich langweiliger als Stillstand.

Michael und Sascha Flocken (links) als Mr Black und Mrs White in DEAD OR ALIVE (2012)

Im Theaterjahr 2022/2023 freue ich mich am meisten auf …
das Mehrgenerationenprojekt OK BOOMER, für das Regisseur Sascha Flocken, mit dem ich seit über zehn Jahren zusammenarbeite, Leute aus den Generationen Boomer bis Zoomen für eine längst überfällige Aussprache zusammenbringen wird. Die Uraufführung findet im Mai 2023 im Werkraum statt. Aber ich freue mich ehrlich gesagt auch mindestens genauso auf die Projekte, die Annika, Isabella und Balthazar in ihren Fragebogen erwähnt haben …

Derzeit bereitet Michael u. a. die Rückkehr von zwei Stücken in den Spielplan vor: Denn demnächst zeigen wir unsere beiden monstermäßigen Produktionen FRANKENSTEIN (ab 14 Jahren und dem 30. Oktober) und DRACULA (ab 12 Jahren und dem 04. November) wieder im Werkraum. Beide Stücke wurden von dem Regiekollektiv Bering, Grubel und Kaiser inszeniert – und bei DRACULA kann man Michael in der Rolle als nerdiger Horror-, Serien-, Game- und Film-Fan Matthias „Matze“ Reiber auch auf der Bühne sehen. Am 25. November folgen wir der blutroten Spur von Bram Stokers legendärem Vampir übrigens in einer einmaligen Latenight-Vorstellung um 22.00 (!) Uhr. 

Habt ihr Fragen an den Leiter des Jungen Theaters? Meldet euch gerne auf dem Festnetz (Telefon 0761 201 29 56) oder via Mail bei Michael.

Foto: Britt Schilling