WIE DER WAHNSINN BEGANN

2. Dezember 2020   |   VON: RedaktionKategorie: 2020/2021, Wahnsinn

Roman trifft Bühne – das Buch von Dita Zipfel auf der Probe im Werkraum (Illustration: Rán Flygenring)

Dienstag, 01. Dezember 2020. Wir befinden uns mitten im Lockdown. Kinos haben geschlossen. Restaurants und Fitnessstudios auch. Konzertsäle und Theater ebenso. Aber halt – obwohl keine öffentlichen Veranstaltungen stattfinden, geht die Arbeit im Theater Freiburg hinter den Kulissen weiter!
Am Montag haben wir mit dem ersten Probenblock unserer Neu-Produktion WIE DER WAHNSINN MIR DIE WELT ERKLÄRTE begonnen, deren Premiere für Ende Februar 2021 geplant ist. Hierfür wurden allerlei geheimnisvolle Objekte in den Werkraum gebracht. Was es mit ihnen auf sich hat, wollen wir heute noch nicht im Detail verraten – aber sehr wohl, worum es in diesem Stück geht, wer es geschrieben hat und wer es auf die Bühne bringt.

Gemüse trifft Technik – ein mysteriöser Probenbeginn im Werkraum …

WIE DER WAHNSINN MIR DIE WELT ERKLÄRTE ist die Theateradaption des Romans von Dita Zipfel, der 2019 erschienen ist: Darin beschließt die zwölfjährige Lucie, dass sich etwas ändern muss. Zuhause ist es unerträglich geworden, seit der neue Lebensgefährte ihrer Mutter eingezogen ist. Der Michi. Früher, als noch Bernie bei ihnen gewohnt hat, war alles anders. Besser. Daher rechnet Lucie es durch: Wenn sie den gut bezahlten Gassiegeh-Job (20€ / Stunde!) annimmt, dauert es nur noch siebeneinhalb Tage, bis sie genug Geld hat, um nach Berlin reisen zu können. Zu Bernie. Weg vom Michi.

Planung trifft Realität – Foto vom Bühnenbildmodell von Caroline Stauch

Die Sache hat nur einen Haken: Der Hund, um den es geht, ist tot. Sein (Ex-)Herrchen, ein verschrobener alter Mann namens Klinge, sucht in Wirklichkeit einen Ghostwriter für ein durchgeknalltes Kochbuch. Lucie glaubt zunächst kein Wort, als er ihr Rezepte mit Zutaten wie Drachenherzen und Einhornknochen diktiert. Rezepte, die angeblich Kräfte besitzen. Ja, ja. Alles klar. Aber besteht nicht vielleicht doch die Möglichkeit, dass der Liebeszauber des magischen Ketchups bei Marvin Wirkung zeigen könnte? Also, rein theoretisch, versteht sich …

Blick auf die Bühne aus der Perspektive einer Melone …

… und weitere mysteriöse Objekte on stage.

Regie führt Benedikt Grubel, der zusammen mit Michael Kaiser auch die Bühnenfassung des Romans schreiben wird. Das Freiburger Publikum kennt dieses Team u. a. aus den Produktionen DIE VERWANDLUNG und DRACULA.

Benedikt Grubel und Michael Kaiser, hier bei den Proben für DAS LEBEN DES ANDEREN

Das Bühnenbild und die Kostüme denkt sich Caroline Stauch aus, deren fulminante Schrottmaschinen-Ausstattung der Produktion KARLSSON VOM DACH sicherlich nicht wenigen Zuschauer_innen noch immer in bester Erinnerung sein dürfte. 

Bilder von der KARLSSON-Bühne

Die Musik komponiert Jan Paul Werge. Er ist dem Publikum in Freiburg ebenfalls bestens bekannt, u. a. aus den Produktionen DRACULA im Werkraum und 89/90 im Kleinen Haus. Für die letztgenannte Produktion gründete Werge mit dem Ensemble die retrofuturistische DDR-Punk-Kombo „Fröhlicher Grießbrei“.

Der Musiker Jan Paul Werge (Vordergrund), Szenenbild aus der Produktion 89/90

Das WAHNSINN-Ensemble besteht aus der Schauspielerin Clara Schulze-Wegener, die in Kürze in PIPPI LANGSTRUMPF zu sehen sein wird, und dem Schauspieler Christoph Kopp, der ebenfalls im Kinderstück im Großen Haus spielen wird und am Theater Freiburg u. a. den berühmten Geisterjäger Theo van Thom verkörpert hat.

Szenenbild PIPPI LANGSTRUMPF mit Clara Schulze-Wegener als Annika (links)

Christoph Kopp als Spukforscher Theo van Thom in der GEISTERJAGD DURCHS THEATER

Die Autorin Dita Zipfel wurde für ihr Jugendbuchdebüt WIE DER WAHNSINN MIR DIE WELT ERKLÄRTE u. a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2020 ausgezeichnet. Rund um unsere Premiere am 28.02.2021 planen wir mit der Autorin und dem Literaturhaus Freiburg Lesungen und Workshops. Wer Dita ist und wie sie arbeitet, erzählt sie in folgendem Video, das sie jüngst für das Junge Literaturbüro Lüneburg aufgenommen hat.

Fotos: Marc Doradzillo // Michael Kaiser // Maurice Korbel // Rainer Muranyi