VOLXTANZ: STILMIX #2

8. Juni 2012   |   VON: Kathrin FeldhausKategorie: 2011/2012

Was macht der Konzertmeister des Philharmonischen Orchesters in Trainingshose? Er probt mit Choreograph und HipHop-Tänzer Raphael Hillebrand für »volXtanz« (Premiere: Sa. 9.6.12, Kleines Haus) und steht dabei als Solist statt im Orchestergraben oder auf dem Konzertpodium mit seiner E-Geige mitten im tänzerischen Geschehen.

Die Grenzüberschreitung zwischen Klassik und anderen Stilrichtungen ist für Manuel Druminski jedoch nichts Neues. Regelmäßig spielt er als Gast in seiner früheren Münchner HipHop-Klassik-Band EINSHOCH6. Und auch beim Fotoshooting für die Konzertplakate des Philharmonischen Orchesters überraschte er plötzlich mit Michael Jacksons Moonwalk.

Manuel, du hast in den szenischen Proben viel experimentiert, um herauszufinden, was du mit deiner Geige machen kannst. Als es darum ging, deinen Bogen zu werfen, hast du lächelnd gesagt: Das wirft ein schlechtes Licht auf das Orchester. Warum?

Die klassische Welt hat eine lange Tradition, wie Dinge gelernt und ausgeführt werden: zum Beispiel, wie ein Instrument gehalten und gespielt wird. Oder, dass ich beim Konzert nicht in Turnschuhen erscheine. In der Klassik sind die Dinge schon längst klar, bevor sie überhaupt auftauchen. Ein Schlagwort und jeder weiß Bescheid. Es gibt einen kleinen Spielraum zwischen der Tradition und der Mode, wie Stücke heute gespielt werden. Und alles, was in diesem Spielraum geschieht, ist für mich die Kunst, mit der Klassik umzugehen. Das ist Fluch und Segen zugleich.

Auf die Frage von Kollegen, was ich bei »volXtanz« mache, antworte ich: Ich tanze, während ich Geige spiele. Manche sind irritiert, weil es für sie unvorstellbar ist und weil das eine Seite von mir ist, die sie nicht kennen. Ich sage mir selbst auch: Das hat mit der klassischen Auffassung, wie man Geige spielt, nichts zu tun. »volXtanz« funktioniert nach anderen Prinzipien. Dadurch kann ich mich darauf einlassen, neue Sachen jenseits der Tradition auszuprobieren: Dass ich szenisch vorkomme und mich bewege, dass ich ein Kostüm trage, dass andere mit mir gemeinsam auf meiner Geige spielen oder der Bogen zweckentfremdet wird. Ich bin gespannt, was die Kolleginnen und Kollegen hinterher sagen!

Neben Manuel Druminski und der Schlagzeugerin Tomoko Ishige stehen drei HipHop-Profis, 23 Jugendliche und eine albanische Volkstanzgruppe auf der Bühne. Die Musik für das Cross-Over-Tanzstück hat Boris Lau komponiert und dabei volkstümliche Musik aus Deutschland, Asien und dem Balkan mit afrikanischen Rhythmen, Funk, House und Breakbeats gemischt.

Bei den ersten Proben im Ballettsaal: