JUNGES THEATER 2013/14 (3): WAS UNS ERWARTET

16. Mai 2013   |   VON: Michael KaiserKategorie: 2012/2013

Heute ist die neue Jahresvorschau »Junges Theater Freiburg Spielzeit 13/14« erschienen. Im Intro des Heftes unterhält sich das Künstlerische Leitungsteam – Michael Kaiser, Thalia Kellmeyer und Graham Smith – über die Anfänge des Jungen Theaters (Teil 1), über Hintergründe und Konzepte (Teil 2) sowie die Pläne im vor uns liegenden Theaterjahr (Teil 3).

Teil 3: Was uns erwartet

Das Junge Theater hat sein neues Spielzeitheft mit »Umschichten! Auf den Kopf stellen! Neue Positionen!« überschrieben und in der Bildstrecke mit dem Fotografen Oliver Rath gewohnte Ansichten und Perspektiven aufgebrochen. Im Spielplan für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden bekannte Hör- und Sehgewohnheiten auf den Kopf gestellt, während in den Mitmach-Projekten der Raum für Begegnungen und neue Konstellationen geschaffen wird.

Michael: Im vor uns liegenden Theaterjahr wird umgeschichtet. Während die Bühnentechnik im Großen Haus saniert wird, schlagen wir unsere Zelte auf dem Gelände der Brauerei Ganter in der Schwarzwaldstraße auf. Gespielt wird zwischen März und Juli 2014 in ehemaligen Pferdeställen, Garagen und in der Theaterhalle. In dieser Festivalatmosphäre gibt es auch für Familien und Jugendliche einiges zu erleben – u.a. zeigen wir »Momo« nach Michael Ende und das Musical »Spring Awakening (Frühlings Erwachen)«. Und während fast das ganze Theater auszieht, halten wir im Werkraum die Stellung. Denn hier werkelt das Junge Theater bis zur Sommerpause 2014 munter weiter!
Außerdem erweitern wir unsere Angebote für ältere Jugendliche, Azubis und Studis. Ab Januar gibt es u.a. das neue Format »Intensivstation«: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmern schließen sich für eine Nacht und einen Tag im Werkraum ein und haben genau 24 Stunden Zeit, ein ganzes Stück auf die Beine zu stellen.
In einem weiteren Schwerpunkt widmen wir uns jungen Autoren: Im Oktober starten wir mit der Uraufführung einer Theaterfassung des Romas »Drüberleben« von Kathrin Weßling, der sich mit dem Thema Depressionen bei jungen Menschen auseinandersetzt. Die Berliner Autorin Tina Müller recherchiert und schreibt für das Theater Freiburg das Auftragsstück »Falk macht kein Abi« (November 2013), in dem es um die aktuelle Situation von Abiturientinnen und Abiturienten in unserer Leistungsgesellschaft geht. Im April wird Finn-Ole Heinrich, der Autor des erfolgreichen Kinderbuchs »Frerk, du Zwerg« (Deutscher Jugendliteraturpreis 2012 – zu Gast beim Lirum Larum Lesefest im Oktober), dem Freiburger Publikum die Protagonistin seiner neuen Roman-Reihe »Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt« in einer szenischen Autorenlesung vorstellen.
Das Kinderstück zur Weihnachtszeit ist »Eine Woche voller Samstage« von Paul Maar. Für Familien mit Kindern wird es 2013/14 vier verschiedene Abos ab 5, ab 8 und ab 12 Jahren geben. Neu ist außerdem das »Popcorn-Abo«, das sich an Schülerinnen und Schüler, Azubis und Studierende richtet.

Thalia: Ich mache mich auf die Suche nach neuen Möglichkeiten der Umsetzung von Oper und Konzert für junges Publikum. Dabei sind mir das Aufbrechen gewohnter Aufführungsstrukturen, das Durchmischen und Zusammenführen verschiedener Menschengruppen auf musikalisch-künstlerischer Ebene, das Suchen und Ausprobieren neuer Formate und Darstellungsformen und das Begeistern junger Menschen für Musiktheater und Konzert sehr wichtig. Deshalb bieten das Philharmonische Orchester, mein Team und ich in der kommenden Spielzeit innovative Konzertformen für alle Altersstufen an: Tanzkonzerte für Kinder von zwei bis vier Jahren, Mitmach-Konzerte ab vier Jahren, den »Import/Export-Jam« für Jugendliche ab 16 Jahren und eine musikalische Begegnung von Schülerbands mit dem Philharmonischen Orchester. Experimentelles und neues Musiktheater stehen mit »Freunde!«, der Uraufführung von »Oscar und die Dame in Rosa« und der Oper »Gegen die Wand« auf dem Programm.

Graham: Was die Tanzsparte im nächsten Jahr zu bieten hat, ist eine große Palette von Projekten, die den Gedanken der »Sozialen Plastik« unterstreichen. Manche Projekte landen auf den Bühnen unseres Theaters, manche auf den Bühnen der Stadtteile. Viele davon sind prozessorientiert und werden erst in der Zukunft Früchte tragen – im Bildungsministerium, in der Stadtplanung oder in der Deutschen Botschaft.
Fortgesetzt wird u.a. das von »Tanzfonds Partner« geförderte Langzeitprojekt »Learning by Moving«: Während die dritten Klassen der Vigelius-Grundschule mit Tanzprofis körperlich Themen wie Zeit, Raum und Energie erforschen (Showings im Frühjahr 2014), wird eine Gruppe Viertklässler den Spuren des Barocks folgen. Damals glaubte man, dass sich Gefühle musikalisch darstellen und im Hörer hervorrufen lassen. Im Stück »Affektenlehre« (Sommer 2014) überprüfen die Viertklässler den Stellenwert dieser Theorie für den Tanz.
Als Vater von zwei Söhnen und aktiver Bürger fühle ich eine große Verantwortung, meine schöpferischen Kräfte der Reflexion und Choreografie für ein gemeinsames Ziel zu verwenden.

Das aktuelle Spielzeitheft des Jungen Theaters liegt ab sofort an der Theaterkasse und in den Foyers aus. Außerdem kann es hier als PDF heruntergeladen werden.

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