GUT GEGRÜLLT, REUBER

16. Mai 2016   |   VON: Benedikt GrubelKeine KommentareKategorie: Aktuelles

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Reuber-Forscher Markus-Michalik, Reuber-Autor Finn-Ole Heinrich, Reuber-Regie Benedikt Grubel (v. l. n. r.) an der Ruhr in Mülheim an der Ruhr

Frösche quaken. Kühe muhen. Der Reuber … grüllt!
In der vergangenen Woche waren wir zu Gast bei den 41. Mülheimer Theatertagen. Fünf Theatertexte waren für den KinderStückePreis 2016 nominiert worden – zu unserer großen Freude mit dabei: unsere Koproduktion mit der Württembergischen Landesbühne Esslingen »Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes« von Autor Finn-Ole Heinrich. Das Stück – ein Forschungsbericht von Abenteurer / Entdecker / Explorer Markus Michalik – begibt sich auf die Suche nach dem sagenumwobenen Reuber und führt geradewegs ins dichte Unterholz, immer querwaldein, mitten hinein in den maximalen Wald.

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Kurz bevor es losgeht: Markus Michalik trifft auf der Bühne 3 des Ringlokschuppens die letzten Vorbereitungen für seinen packenden Vortrag über den sagenumwobenen, von Mythen umsponnenen Reuber (Fotos: Leon Bluhm).

8.50 Uhr: Bei strahlendem Sonnenschein nähern sich die ersten wagemutigen Zuschauer*innen dem Ringlokschuppen, wo Herr Michalik in wenigen Minuten die Ouvertüre zu seinem Forschungsvortrag grüllen wird.

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Nach der Show bleiben zurück: Pappe, Baumstämme, reichlich grünes Geäst, Pfeil und Bogen, Scheinwerfer und ein Lagerfeuer aus LED-Stabtaschenlampen. Es ist nicht zu leugnen: Hier hat der Reuber gewütet.

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Beim anschließenden Nachgespräch stellt sich das Produktionsteam rund um Reuber-Experte M. Michalik den neugierigen Fragen des Publikums: »Was fasziniert Sie am Reuber?« / »Warum sind Sie so witzig?« / »Warum schwitzen Sie so auf der Bühne?« / »Haben Sie das wirklich alles erlebt?« / »Ist der grüne Giftwulstling tatsächlich so gefährlich?« / »Wie kann man im Wald WLAN haben?« / »Und war das eigentlich eine echte Pistole?«

Mit Stiften und Papier halten einige der jungen Zuschauer*innen fest, was ihnen nach der Wald-Expedition besonders im Kopf geblieben ist:

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Und hier noch ein fabelhafter kleiner Auszug aus den KinderBlicken auf »Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes«:

Wenn das Stück ein Tier wäre, welches wäre es?
»Ein Bär würde ich sagen. Ein Braunbär. Weil in dem Stück geht es viel um den Räuber und der ist ja ein bisschen fies. Und ein Bär hat auch so eine Einstellung. Aber in jedem Menschen ist ja auch etwas, das ihn nett macht. Der Räuber ist ja auch bei dem Menschen geblieben, der krank war. Und Bären bleiben auch bei ihren Kindern. Die sehen von außen böse aus, aber von innen sind die ganz lieb.«

Mehr Blicke und Lesenswertes rund ums Festival gibt es auf dem KinderStückeBlog.

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Am Tag drauf dann die mit Spannung erwartete Jury-Debatte im Theater an der Ruhr: Die Jury lobt Finn-Ole Heinrichs Lust am Fabulieren und Worteschöpfen und zitiert immer wieder mit leuchtenden Augen aus dem Text. Eineinhalb Stunden diskutieren die Intendantin und Regisseurin Andrea Gronemeyer, der Vertreter des Auswahlgremiums Werner Mink und die Theaterkritikerin Sabine Leucht (v. r. n. l.), doch am Ende darf es nur einen Sieger geben … immer klarer schält sich die Entscheidung heraus … der Mülheimer KinderStückePreis 2016 geht an … (*trommelwirbel*) … Carsten Brandau mit seinem Stück »Himmel und Hände«. Die Jury würdigt in ganz besonderem Maße die spielerische und schöpferische Kraft sowie die Präzision und Reduktion von Brandaus Sprache. Und auch der Preis der fünfköpfigen Jugendjury geht an »Himmel und Hände«. Wir gratulieren Carsten Brandau nochmals herzlich zu diesem doppelten Coup!

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Hier sehen wir Finn-Ole, wie er sein Stück vom Preis-Kuchen der Jugendjury verspeist. Das Festival ist zu Ende. Drei aufregende, inspirierende und wunderbar sonnige Ruhrpott-Tage und einige ereignisreiche Stunden im schattigen Reuberwald liegen hinter uns. Es war eine Ehre, dabei gewesen zu sein!

Und schon jetzt stecken wir in den Startlöchern zum nächsten Festival: Am 6. Juni grüllt der Reuber in Stuttgart bei der »Schönen Aussicht«. ROOOOOAAAAARRRRRRRR!!!

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