GEHEIMAKTE MAULDAWIEN

15. Februar 2014   |   VON: Michael KaiserKategorie: Mauldawien

Die Klienten von Finn-Ole Heinrich (im folgenden Bild mit einem schwarzen Krempenhut bekleidet) und Spaceman Spiff (2. v.l., beiger Trenchcoat, trägt einen sog. »Zwirbelschnauzer«) schätzen vor allem deren unauffälliges Vorgehen in Kriminalangelegenheiten und Sonderermittlungsvorgängen.

In der letzten Woche verschlug es das dynamische Hamburger Ermittler-Duo nach Freiburg, um dort verdächtigen Spuren in der Angelegenheit »Geheimakte Mauldawien« zu folgen und diese fachgerecht zu sichern. Seit ihrem legendären Auftritt im ZDF-Flaggschiff »Aktenzeichen XY … ungelöst« werden die beiden europaweit angefordert, wenn es um Rätsel und Geheimnisse aller Art geht.

Heinrich, der aus einer Artisten-Dynastie stammt, hat die Begabung seiner Vorfahren einfach im Blut: Leichtfüßig klettert er, wie einst Onkel Ernesto in der Manege, an allem hoch, was nicht niet- und nagelfest ist.

Geschickt passt er sich seiner Umgebung an, so dass er wie unsichtbar mit ihr zu verschmelzen scheint. Suchen Sie Heinrich doch einmal im nächsten Bild – erst auf den zweiten oder dritten Blick werden Sie ihn dank seiner treffsicherer Tarnung entdecken!

Spiff hingegen ist die Geheimwaffe, wenn es um schwindelerregend schnelle Bewegungsfolgen am Boden geht. Kein Wunder, machte der wendige Bartträger und Pfeiffengenießer nach dem Abitur doch zunächst eine mehrjährige Ausbildung an der Stuntman-Schule Paderborn.

In Freiburg führen die Ermittlungen Heinrich und Spiff zunächst in eine Siedlung, die im Folgenden den Codenamen »Plastikhausen« tragen wird – eine Gegend, wie es sie an vielen Orten in Deutschland gibt. Heinrich und Spiff wissen daher genau, wie man sich in einer Umgebung wie dieser professionell diskret zu verhalten hat:

In ihrem Ermittlungsbericht notieren die beiden: »Reihen von omastrumpfhosengelb verkachelten Häusern mit Fenstern aus Plastik, eins wie das andere, alle gleich, als würde hinter jeder Plastikhaustür der gleiche Mensch wohnen. Wenn keine Nummern an den Häusern wären, könnte man sie gar nicht voneinander unterscheiden. Überall Gardinen und strenge Hecken und Zäune.«

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In einer Gegend wie dieser findet sich auch Paulina Klara Lilith Schmitt, wegen ihres opulenten Maulens »Maulina« gerufen, nach der Trennung der Eltern und dem Auszug aus dem alten Quartier, »Mauldawien« genannt, wieder. Paulina, die wie Heinrich und Spiff als Agentin tätig ist, hält in ihrem Notizblock fest: »Aus der Wohnung mit den vier Zimmern, dem Dachboden des Grauens, dem Garten, dem wertvollen, bunten Frühwerk auf den Tapeten und der Straße voller Freunde ist ein mickriges Plastikhaus am anderen Ende der Stadt geworden. Wenn das, was wir hatten, ein Pfannkuchen war, ist davon nur ein fettiger Abdruck auf dem leeren Teller geblieben und ein Rest von Geschmack auf der Zunge.«

Pfannkuchen können Heinrich und Spiff zur Einsatzbesprechung beim Frühstück leider nicht auftun, weshalb Spiff auf das ausgiebige Pizza- und Dönerangebot der örtlichen Schlemmerbuden zurückgreift. Im Anschluss daran ist er gezwungen, eine kurze Ermittlungspause einzulegen, während Heinrich, der sich glücklicherweise mit schwarzem Kaffee begnügt hat, weiter die Gegend erkundet:

Mit seiner frisch angeschafften digitalen Schmalfilmkamera hält er jede verdächtige Bewegung umgehend fest, um das Material im Anschluss mit Spiff in der Zentrale auszuwerten.

Da plötzlich! Eine verdächtige Zielperson! Und wie auf Stichwort wacht auch Spiff aus unruhigen Pizza- und Dönerträumen auf! Und schließt sich trotz Zwiebelbauch der Verfolgung an! Jetzt geht mit einem Mal alles extrem schnell!

Zehn Minuten später haben Heinrich und Spiff die Spur des unbekannten Verdächtigen verloren. Heinrich ist wegen dieses Misserfolges spürbar ungehalten. Enttäuscht springt er auf die Straße, hält mit ausgestreckter Hand Fahrzeuge an und befragt deren Halter, ob ihnen etwas Auffälliges aufgefallen sei.

Nach einer mehrstündigen Befragung von Autofahrern, Radlern und Fußgängern ist Heinrich und Spiff klar, dass in diesem speziellen Fall nur eine szenische Lösung den erhofften Durchbruch bringen kann. Daher verabreden die beiden sich für den 11. April 2014 im Werkraum des Theater Freiburg. Während Spiff die Titelmelodie der »Fünf Freunde«-Hörspielreihe pfeift, nimmt Heinrich seine Sonnenbrille ab und raunt: »Es bleibt brisant. Sehr brisant.«

Die kursiv ausgewiesenen Textstellen stammen aus »Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt« von Finn-Ole Heinrich. Heinrich und Spiff tragen die Agenten-Kollektion von Nina Hofmann. Die Titelmusik zu »Die fünf Freunde« ist (c) 1978 by Carsten Bohn.