DIE WELT AUF ZWEI BRETTERN

30. November 2018   |   VON: Paula IglesiasKategorie: 2018/2019, Shockheaded Peter

Das Interview genau so, wie es stattgefunden hat.

Vor der Probe am 21. November 2018 treffen wir die Darsteller_innen Antonia, Raphael und Helen der aktuellen Produktion SHOCKHEADED PETER – STRUWWELPETER zum Interview.

 

Ward ihr auch alle brav?

Helen: Jetzt nicht unbedingt ausnahmslos.
Antonia: Also, von dem, was meine Eltern mitgekriegt haben: Ja.
Raphael: Joa, also … meistens.

Was hast du angestellt?

Raphael: Eigentlich nicht viel. Ich war ein bisschen eigenwillig, aber meistens brav.
Antonia: Ich war auch super eigenwillig, aber in anderen Dingen super kreativ. Ich habe die Welt noch nicht wirklich verstanden, habe dann die Couch meiner Eltern mit Buntstiften angemalt, die man nicht mehr abgekriegt hat.
Helen: Wenn irgendetwas gefährlich war, dann habe ich es gerade extra nochmal gemacht. Da kam es zu Situationen, in denen meine Mama aus dem Schlafzimmerfenster in den Garten geguckt hat, da habe ich dann irgendwie den Querbalken über der Schaukel als Schwebebalken benutzt und gesagt: DAS GEHT AUCH!

Und – hast du Ärger bekommen?

Helen: Natürlich bin ich nicht ohne Ärger davongekommen. Oft konnten meine Mutter und ich im Nachhinein darüber lachen, auch wenn ihr das Lachen eher im Hals stecken geblieben ist. Irgendwelche Strafen habe ich nie bekommen. Zum Beispiel, was Hausarrest angeht, da hat meine Mutter immer gesagt, da würde sie sich nur selbst bestrafen.
Raphael: Wenn ich dann etwas angestellt habe, auf jeden Fall.
Antonia: Joa, schon. Es ging dann aber ins eine Ohr rein uns aus dem anderen wieder raus. Im Fall der Couch saß meine Oma daneben und hat mich angefeuert.

Antonia

Lieber als Suppe esse ich …

Helen: Pfannkuchen!
Raphael: Alles.
Antonia: Guacamole … offensichtlich.

Ein Essen, bei dem ich lieber hungrig geblieben bin …

Raphael: Gar nichts. Ich ess’ alles!
Antonia: Tortellini, Kartoffelgratin, dann diese Suppen mit diesen Teigtaschen drin – alles was irgendwie gefüllt ist. Und ich kann den Geruch von Gummibärchen absolut nicht ab! Wenn jemand das im geschlossenen Raum isst, muss ich raus.
Helen: Echt?
Raphael: Nächstes Mal Gummibärchen.
Helen: Schinkennudeln. Da hat es mir einfach komplett abgestellt. Ich fand und finde das immer noch so furchtbar. Überall wo Schinken und Käse zusammen drauf war … nee. ENTWEDER, ODER!

Ein typischer Spruch von deinen Eltern, Lehrern oder anderen Hobbypädagogen?

Helen: Meine Grundschullehrerin hat mir ins Zeugnis geschrieben und mich öfter darauf hingewiesen, dass man sich in der Schule meldet. Ich habe das irgendwie nicht richtig verstanden, ich habe immer das gesagt, was ich sagen wollte.
Raphael: Ich kriege immer noch zu hören: In deinem Zimmer sieht es aus, als ob ‘ne Bombe eingeschlagen wär‘.
Antonia: Ich bekomme immer so Nachrichten von meiner Mutter: Wieso hast du eigentlich einen Kleiderschrank und einen Mülleimer, wenn sowieso alles auf dem Boden rumliegt?

Raphael


Mein Lieblingsort als Kind …

Helen: Ich habe mal mit meiner Nachbarin versucht ein Baumhaus zu bauen – das hat so nach zwei Brettern aufgehört. Dann saßen wir aber immer auf diesen zwei Brettern und das war mega cool. Das hat völlig ausgereicht.
Raphael: Bei uns im Park, da fließt ein Bach, und an einer Stelle ist so eine kleine Abzweigung, fließt aber wieder zusammen, ist also wie so eine Insel. Paar Freunde und ich haben das unser Paradies genannt. Wir waren sehr oft dort.
Antonia: Ich war, als ich klein war, auch von meiner Größe her sehr klein, das heißt, ich habe mich immer überall versteckt, wo es gehen kann: In jedem Kleiderschrank, in jedem Aktenschrank. Wenn meine Mutter nach Hause gekommen ist, bin ich rausgesprungen. Und naja … sie fand das nicht so toll.

Wovon konnte man dich nie abhalten?

Raphael: Eigentlich von allem, was ich mir in den Kopf gesetzt habe. Ich habe meine eigenen Regeln gemacht und die wurden dann auch durchgesetzt.
Antonia: Da muss ich zustimmen. Wenn ich etwas wollte, dann habe ich es auch irgendwie gekriegt.
Helen: Ich konnte meinen Teller nie aufessen, es sei denn, es gab Pfannkuchen. Es war dann immer so, dass da noch ein kleiner Happen war und ich wusste: Wenn ich den jetzt esse, ist mir richtig schlecht.

Helen

Worin wird man dir das Kind nie austreiben?

Raphael: Mir ist eigentlich relativ egal, was ich mache oder wenn mir die Leute sagen: Das ist deinem Alter nicht angemessen. Ich bin immer noch gerne im Wald, baue irgendwelche Hütten, krieche im Schlamm rum. Ist mir dann relativ schnurre.
Antonia: Ich finde Kinder sind unglaublich offen, akzeptierend und total neugierig auf die Welt und ich hoffe, dass ich auch immer so bleiben kann.
Helen: Ich glaube bei mir ist es die Phantasie. Als Kind habe ich meine komplette Freizeit damit verbracht, irgendwelche Phantasiespiele zu spielen und mir ganz im Detail Welten ausgemalt, in denen ich gelebt habe. Ich wünsche mir, dass ich das auf jeden Fall beibehalte, dass die Phantasie nicht verloren geht.

Premiere: Sa, 09.03.2019, 20.00 Uhr, Kleines Haus

Das Interview führten: Myriam, Paula
Illustration & Fotos: Paula