DER DEUTSCHE DURCHSCHNITTSABITURIENT

9. Juli 2013   |   VON: Michael KaiserKategorie: Aktuelles, Theaterklubs

Stelle dir vor, du wärst der deutsche Durchschnittsabiturient. Du hättest 33 Schulstunden die Woche, von denen 7 ausfallen. Du würdest dein Lernen rhythmisieren und zu 13% semantische Netze nutzen. Du würdest 0,7 Stunden die Woche schwänzen. Du würdest sowohl im Schlaf wie auch in der Bewegung lernen, mehr jedoch im Schlaf. Du würdest dich 2 Stunden die Woche über die Schule beschweren und 0,01 Stunden im Monat etwas daran ändern. In 78% der Fälle würde es dir gelingen, die Informationsfülle zu reduzieren. Zu 0,007% würdest du dich mit Statistiken beschäftigen. Zu 32% würdest du Notizen machen, zu 68% könntest du mit Lehrbuchtexten umgehen. Vor dem Eintritt in die Kursstufe hättest du 4,4 Hobbys, während der Kursstufe wären es 0,9. Zweimal täglich würdest du Exekutivfunktionen trainieren. In den meisten Fällen würdest du Texte variabel bearbeiten und dich nicht auf Multi-Tasking verlassen. Du würdest fokussiert lernen. Du würdest pro Woche 5,9 Stunden feiern, 3,25 Liter alkoholische Getränke trinken und zu 41% rauchen. Du würdest 20% des Monats mit persönlichen Problemen verbringen. Zu 23% würdest du aufgrund deiner intrinsischen Motivation lernen. Elaborationsstrategien würdest du zu 4% anwenden. Du würdest dich zu 49% mit deinen Freunden über Dinge unterhalten, die sich nicht um die Schule drehen. Du hättest 2,7 Stunden Freizeit, die sich anfühlen würden wie eine Stunde. Du hättest 70,6 Stufenkameraden, von denen du 15 magst. 5,2 deiner Stufenkameraden würdest du zu deinen engen Freunden zählen. 3,5 Personen fändest du anziehend. In der Oberstufe würdest du 0,9 Beziehungen führen und hätte 4,1 Unterkurse. Du würdest in 47% der Fälle komplexe Lerninhalte strukturieren. Du würdest verschiedene Denkformen kultivieren: logisch rationales, diskursiv widerspruchsfreies, lineares wissenschaftsorientiertes, assoziativ bildhaftes, antizipatorisch narrativ sprunghaftes, meditativ spirituelles, intuitiv. implizites, produktiv kreatives, genial einfallartiges, kinästhetisches und hyperartiges Denken. Zu 91,7% würdest du nicht wissen, was du nach dem Abitur anfangen sollst. Zu 74,64877% wärst du glücklich.

Klub 5 (Abi-Klub): »Herzlich willkommen bei der Agentur. Bitte agieren Sie Ihren Gefühlen entsprechend.«
Mit: Lisa Pacholek, Indra Marquardt, David Ilbertz, Monja Simon / Leitung: Lukas Müller, Anita Wunderle
Do. 11. & Fr. 12.7.13, 18 Uhr, Werkraum

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