Beiträge unter 'Mauldawien'

MAULBEBEN AN DER PARKAUE

12. Mai 2015 | VON: Michael KaiserKeine KommentareKategorie: Mauldawien

»Maulina« im Theater an der Parkaue, Berlin (Foto: M. Kaiser)

Das Kinder- und Jugendtheater an der Parkaue in Berlin (Foto: M. Kaiser)

Gastspielreisen sind in unserer Theaterwelt sicher nur selten business as usual: Man verlässt die heimischen Gefilde, zerlegt Kulissen, packt sie mit Requisiten und Kostümen in Sprinter oder LKW, staunt über die Größe (oder Beengtheit) der Gastgeberbühne, richtet die Technik ein, leuchtet das Stück nochmals neu, probt ein, zwei Tage (oder hat lediglich Zeit für ein hastiges »Spacing«) und, ehe man sich’s versieht, strömen bereits die Zuschauer in den Saal. Im besten Fall sind im Anschluss alle platt, erschöpft, übernächtigt, aber glücklich.

»Maulina« im Theater an der Parkaue, Berlin (Foto: M. Kaiser)

Bühne 2 @ Parkaue (Foto: M. Kaiser)

Das Junge Theater Freiburg war am vergangenen Wochenende mit seiner Produktion »Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt« im Theater an der Parkaue in Berlin zu Gast. Für uns ein Ausflug unter verschärften Bedingungen, da die letzte »Maulina«-Vorstellung in Freiburg vor knapp einem Jahr im Werkraum zu sehen war. Alles also sehr lange her. more_link_text

AB SONNTAG WIEDER IM WERKRAUM: MAULINA

24. April 2014 | VON: Michael KaiserKeine KommentareKategorie: Mauldawien

Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt
Ungewöhnlich einzigartiges, mirakulös musikalisches Lese-Spektakel
mit Finn-Ole Heinrich und Spaceman Spiff (10+)
Regie: Benedikt Grubel / Ausstattung: Nina Hofmann / Dramaturgie: Michael Kaiser / nach dem gleichnamigen Roman von Finn-Ole Heinrich mit der Live-Musik von Spaceman Spiff
Letzte Familienvorstellung: So. 27.4.14, 16 Uhr, Werkraum
Schulvorstellungen: Mo. 28.4., 10 Uhr / Di. 29.4., 10 Uhr / Mi. 30.4.14, 10 Uhr
Latenight-Special für Erwachsene: Mi. 30.4.14, 21.30 Uhr

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MINIGOLF MIT SPACEMAN SPIFF

21. April 2014 | VON: Michael KaiserKeine KommentareKategorie: Mauldawien

Auf dem Weg zur Kleingolfanlage in Freiburg-Waldsee: M. Kaiser und S. Spiff (Foto: K. Feldhaus)

Ich lernte Finn-Ole Heinrich und Spaceman Spiff 2010 kennen. Damals hatte mir der feine Indie-Verlag Mairisch eine Performance des Duos als Gastspiel für den Werkraum angeboten. Unter dem Titel »Du drehst den Kopf, ich dreh den Kopf« las Finn seine Texte und Spaceman Spiff, der gebürtig aus Würzburg kommt und in einem anderen Leben Hannes Wittmer heißt, machte Musik. Manchmal taten die beiden das Jeweilige auch zur gleichen Zeit.

Vier Jahre später trafen wir uns erneut im Werkraum, um dort Finns Buch »Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt« in Form eines szenisch-musikalischen Lese-Spektakels auf die Bühne zu bringen. Zu Beginn unserer Endprobenwoche standen wir am Tag der technischen Einrichtung nur im Weg herum, weshalb ich Hannes eine sportliche Challenge vorschlug: Beim dramatischen Kleingolf-Match »Maulina«-Musiker vs. Künstlerischer Leiter Junges Theater blieb zwischen den Abschlägen trotz der körperlichen und geistigen Extremleistung noch genügend Raum für ein Interview (fotografisch dokumentiert von Kathrin Feldhaus).

Interview an der Bahn (Foto: K. Feldhaus)

(Bahn 1: Hannes 2, Michael 3 Schläge)

Michael: Wenn ich deine Alben höre, singt da ein junger Mann Ende zwanzig Lieder, deren Fundament oft die Wehmut ist. Auf den Proben habe ich einen ganz anderen Hannes kennengelernt – einen, der eigentlich nie wehmütig scheint und unheimlich viel positive Energie in den Prozess einbringt. Erleben die Zuschauer bei unserem »Maulina«-Abend einen bisher unbekannten Spaceman Spiff?

Hannes: Leute, die nur die Musik kennen, auf jeden Fall. Für Leute, die mich schon live gesehen haben, ist das wahrscheinlich gar nicht so abwegig, da ich mit meiner Band auch immer ziemlich viel Quatsch auf der Bühne mache. Es ist mir wichtig, dass ich mich da nicht hinstelle, ein todtrauriges Lied spiele, zwischendurch betroffen guck und dann das nächste todtraurige Lied spiele. Ich möchte mich nicht abgrenzen vom Publikum und den in sich gekehrten Denker geben, sondern eine Nähe aufbauen, indem ich einfach so bin, wie ich bin. Und ich bin halt dieser normale Typ, der sich wie andere normalen Typen auch Gedanken macht. Nur dass ich die eben in meinen Liedern verwurste.

Aus »Melancholie und ich« (vom Album »Bodenangst«):

und zwischen all den menschenhäusern
brennt noch immer licht
melancholie und ich
mal wieder hand in hand
richtung unbekannt …


Michael:
Wo versteckt sich dann der wehmütige Singer/Songwriter-Typ?

Hannes: Der steckt auch in mir, ab und an, aber nicht rund um die Uhr. Ich glaube, dass ich im Grunde gerade nicht dieser wehmütige Mensch bin, weil ich ein Ventil habe. Über meine Texte kann ich die Wehmut nach außen treiben und muss nichts in mich hineinfressen.

Michael: Nervt das eigentlich, wenn man immer so gelabelt wird, nach dem Motto »Endzwanziger singt traurige Lieder«?

Hannes: Erst nervt es, aber dann gewöhnt man sich dran. Ich label ja genauso, wenn ich selbst neue Musik höre. Du suchst wahrscheinlich zuerst immer das Bekannte im Fremden und bewertest das Neue im Stil von »klingt wie eine Mischung aus … und …«.

6/18 (Foto: K. Feldhaus)

Michael: Ich habe bei deinen Songs oft das Gefühl, dass du in ihnen diesen flirrenden Moment einfängst, kurz bevor man wichtige Entscheidungen trifft. Diese Sekunde, in der die Zeit stillsteht und einem tausend Sachen durch den Kopf gehen.

Hannes: Auf der neuen Platte gibt es sogar einen Song, in dem es explizit um dieses Thema geht. Der heißt »Bevor der Konjunktiv gewinnt« und beschreibt den Punkt, kurz vor der Entscheidung, wenn es noch in die eine oder andere Richtung umkippen könnte.

Aus »Bevor der Konjunktiv gewinnt« (vom Album »Endlich nichts«):

es fehlen nur noch ein paar runden
bevor der konjunktiv gewinnt
nur noch ein paar sekunden
und heut wär wieder nur ein
tag wie jeder andere


Michael:
Als Teenager war mein Traumjob so etwas wie »Rockstar« zu werden. Lebst du jetzt meinen Jugend-Traum?

Hannes: Es ist ein phantastischer Job – wahnsinnig aufregend und ein totales Geschenk. Großartig finde ich zum Beispiel, wenn mir Menschen E-Mails schreiben und sich dafür bedanken, dass man ihnen durch eine schlechte Phase geholfen habe. Aber das Bild dieses Berufs ist natürlich auch verklärt und es gibt Seiten an dem Job, die nicht so cool sind. Du musst zum Beispiel unendlich viel Papierkram erledigen und als Selbständiger hast du oft das Gefühl, dass du eigentlich gerade noch ein bisschen mehr machen müsstest. Und dann gibt es da noch die klassischen Künstlerprobleme. Wie: Oh Gott, jetzt habe ich gerade meine letzte Platte veröffentlicht und das war alles, mehr ist nicht in mir drin. Mehr wird mir nie wieder einfallen.

Nett hergerichtet: Blumendeko auf der Anlage (Foto: K. Feldhaus)

(Bahn 9: Hannes 24, Michael 37 Schläge)

Michael: Der aktuelle Spielstand zeigt, dass du mal Sport studiert hast …

Hannes: Ja, zwei Semester. Merkt man, ne? Bevor ich studiert und abgebrochen habe, wollte ich ja von der Musik leben, im Grunde hatte ich da den gleichen Rockstar-Traum wie du. Ich habe dann aber schnell gemerkt, dass es die Musik nicht besser macht, wenn du es zu hart versuchst. Eigentlich hatte ich den Traum dann auch schon aufgegeben. Ich habe Konzerte veranstaltet und in Clubs gearbeitet, und weil es in Hamburg tausend Booking-Agenturen, Clubs und Labels gibt, bin ich dorthin gezogen. Ich stellte mir ständig die Frage: Was willst du aus deiner Zukunft machen? Aus dieser Ungewissheit sind Texte und Songs entstanden, die sich zu meinem ersten Album »Bodenangst« verdichteten. Als das dann sehr gut ankam, habe ich einfach weitergemacht. Das Ganze ist stetig gewachsen, und irgendwann konnte ich davon meine Miete bezahlen. Als ich mir dann ab und an den guten Bio-Joghurt im Supermarkt leisten konnte, war der Punkt erreicht, an dem ich dachte: Okay, jetzt lebst du von deiner Musik.

Michael: Aber für das Theater hast du bisher noch nie gearbeitet, oder?

Hannes: Nein, das ist das erste Mal und es ist auch sehr aufregend. Ich habe ja für »Maulina« nicht nur die Musik geschrieben, sondern bin als Live-Musiker und Finns Konterpart komplett szenisch in das Stück involviert. Neu für mich ist im Theater, dass mit Bene als Regisseur, dir als Dramaturg und Nina als Ausstatterin so viele Leute in den künstlerischen Prozess involviert sind – und dass jetzt, unmittelbar vor der Premiere, immer noch Dinge ausprobiert, verworfen und neu konzipiert werden.

Minigolf – ein Sport für Physiker (Foto: K. Feldhaus)

Schlägertricks und Golfballspins mit Spaceman Spiff (Foto: K. Feldhaus)

Michael: Wie kam es eigentlich zu deinem Künstlernamen?

Hannes: Der Name stammt aus den fantastischen »Calvin und Hobbes«-Comics, von denen ich großer Fan bin. Darin geht es um den sechsjährigen Calvin und seinen Plüsch-Tiger Hobbes, der immer zum Leben erwacht, wenn keine anderen Menschen in der Nähe sind. Die beiden machen dann irgendwelchen Quatsch oder führen krass-philosophische und gesellschaftskritische Diskussionen, die minimalistisch auf drei Bilder heruntergebrochen sind. In manchen Episoden stellt sich Calvin vor, dass er ein Raumfahrer sei, der sich »Spaceman Spiff« nennt. Wenn er im Klassenzimmer sitzt, verwandelt sich sein Pult plötzlich in ein UFO und seine Lehrerin mutiert zum Alien. Und das war für mich ein stimmiges Bild: Calvin legt über die echte Welt seinen ganz eigenen Filter und überschreibt sie so mit seiner Phantasie. Wenn ich Lieder schreibe, mache ich letztlich nichts anderes.

Aus »Egal« (vom Album »Bodenangst«):

ich weiß
dass ich immer die wahl hab
zwischen kant und peter pan
zwischen altbau und nimmerland
zwischen nüchternheit und wahn


Michael:
Ist ein Künstlername auch ein Schutz?

Hannes: Auf jeden Fall. Ich hatte mir das nicht bewusst überlegt und deshalb einen gewählt. Am Anfang hatte ich aber schon Probleme damit, dass Arbeit und Privates miteinander verschmelzen, wenn du zum Beispiel auf der Bühne persönliche Sachen besingst. Ein Künstlername hilft dabei, eine Grenze zu ziehen und das als zwei verschiedene Sachen zu behandeln.

Michael: Nennt dich deine Mutter Hannes oder »Spaceman«?

Hannes: Es gibt Leute, die mich nur über die Musik kennen und die wissen dann vielleicht tatsächlich nicht, wie ich wirklich heiße. Da bin ich eben »der Spaceman«. Aber Freunde und Familie nennen mich immer Hannes.

Ensemble im Grünen (Foto: K. Feldhaus)

Michael: Wie haben Finn und du euch eigentlich kennengelernt?

Hannes: Wir waren beide im Literaturhaus in Kiel eingeladen. Die veranstalten dort ein Format, bei dem zwei Autoren lesen und jeweils ein Musiker spielt. Finn war einer der Autoren und ich eben der Musiker. Nach der Veranstaltung wurde aufgelegt, aber es waren nur noch fünf, sechs Leute vor Ort. Wie es dazu kam, weiß ich nicht mehr ganz genau, aber Finn und ich haben getanzt wie die Wilden. Wir haben uns auf Anhieb prima verstanden und sind zu jedem Trash-Song abgegangen wie die Blöden. Am Ende habe ich dann vor lauter Dance-Move-Präsentation meinen Zug verpasst.

Michael: Wer schon mal mit euch beiden feiern war, kann sich das ziemlich gut vorstellen …

Hannes: Ich habe dann bei Finn und seinem Verleger auf einer geklauten Matratze im Hotelzimmer geschlafen. Am nächsten Morgen hat Finn ein Lachsbrötchen für mich vom Frühstücksbuffet geklaubt und dann war es irgendwie um uns geschehen.

Michael: Und ihr habt das gemeinsame Album »Du drehst den Kopf …« aufgenommen.

Hannes: Ja, aber die Zusammenarbeit kam vor allem deshalb zustande, weil wir uns menschlich so gut verstanden haben. Finn hatte im Literaturhaus Kiel noch nicht mal einen Song von mir gehört: Als ich gespielt hatte, war er nämlich gerade draußen, um ein Interview zu geben. Dass es dann auch auf der Kunstebene so gut funktioniert hat, war umso schöner.

Zeit für weitere Fragen auf den letzten Bahnen (Foto: K. Feldhaus)

Michael: Was entsteht zuerst – Musik oder Text?

Hannes: Das ist bei mir sehr unterschiedlich. Bei »Endlich nichts« war das eher wie ein Puzzle. Es ist ein Konzeptalbum zum Thema »Sehnsucht nach Entschleunigung« geworden, das zu einem Teil entstanden ist, während ich in Neuseeland unterwegs war. Viele Texte sind fragmentarisch gewachsen, da ich mir auf meiner Reise Sätze notiert und irgendwann mit anderen Worten oder einem Gitarrenriff kombiniert habe. Das waren dann eben Teile eines großen Ganzen, die sich nach und nach zu einem Gesamtbild verbunden haben.

Michael: Am 28. April spielst du ein Konzert im Wheit Rabbit. Welche drei Spaceman Spiff-Lieder sollten sich Unentschlossene anhören, falls ihnen deine Musik so gar nichts sagt?

Hannes: Alter! »Welches deiner drei Kinder findest du am besten?« Kann ich da drüber nachdenken, während du spielst?

Michael: Klar.

(Bahn 16: Hannes 51, Michael 63 Schläge)

Hannes: Ich glaube, es macht Sinn, sich von jeder Platte einen Song anzuhören. Von der ersten CD »Egal«, den ich nach Jahren immer noch gerne spiele und der gut zeigt, warum ich mit dem ganzen Kram überhaupt angefangen habe. Vom zweiten Album »Mit Scherenhänden« …

Michael: …aus dem auch dieses wunderbare Zitat mit der Axt stammt!

Hannes: Du meinst »Jetzt steh ich hier wie die Axt im Wald und wollt doch eigentlich ein Baum sein«?

Michael: Genau. Und welches Lied sollte man sich auf »Endlich nichts« anhören?

Hannes: Vielleicht »Vorwärts ist keine Richtung«. Ich denke, damit bekommt man einen ganz guten Eindruck von der Entwicklung und »Vorwärts ist keine Richtung« ist auch eine ganz gute Überschrift für das ganze Album.

Endstand nach 18 Bahnen: Hannes gewinnt (ultraknapp!) mit 61 zu 70 Schlägen.

Amtliches Endergebnis: Hannes gewinnt mit neun Schlägen Vorsprung (Foto: K. Feldhaus)

Nach hartem Sport der verdiente Snack an einem stadtbekannten Bio-Kiosk (Foto: K. Feldhaus)

»Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt« ist im April noch fünfmal im Werkraum zu sehen. Am 30.4. zeigen wir das Lese-Spektakel außerdem in einer brisanten Latenight-Version für Erwachsene. Die Kritik der BZ kann man hier lesen und im September kann man dem Stück auf Gastspiel ins Berliner Theater an der Parkaue nachreisen. Und am 28.4.14 gibt Spaceman Spiff zusammen mit Godot (Freiburg) das oben erwähnte Konzert im Wheit Rabbit.

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DER MAUL IST IM ANMARSCH

8. April 2014 | VON: Michael KaiserKeine KommentareKategorie: Mauldawien

Nur noch drei Tage! Am kommenden Freitag (11. April) hat das mirakulöse Lese-Spektakel »Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt« Premiere im Werkraum: Der Autor Finn-Ole Heinrich (Deutscher Jugendliteraturpreis 2012 für »Frerk, du Zwerg«) hat einen Roman über eine besondere Heldin geschrieben – trotzig, maulig, eigensinnig und voller Fantasie und Witz.

Jetzt erzählt er Maulinas Geschichte, die mit einem Umzug vom geliebten Mauldawien ins verhasste Plastikhausen beginnt, gemeinsam mit dem Musiker Spaceman Spiff in einer atmosphärischen szenischen Lesung für alle ab 10 Jahren – Musik, Klänge, Kulissen und verblüffender Budenzauber inklusive. Die Zuschauer sind ganz nah am Geschehen dran und können beobachten, wie ein Autor höchstpersönlich die Protagonisten seiner Erzählung lebendig werden lässt.

»Maulina« wurde soeben im Rahmen der Buchmesse mit dem Leipziger Lesekompass prämiert. Der Lesekompass zeichnet Kinder- und Jugendbücher aus, die Lesespaß mit kreativen Ansätzen der Leseförderung verbinden. Lese- und Hörproben gibt es hier, Karten ab sofort an der Theaterkasse.

Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt
Ungewöhnlich einzigartiges, mirakulös musikalisches Lese-Spektakel
mit Finn-Ole Heinrich und Spaceman Spiff (10+)
Regie: Benedikt Grubel / Ausstattung: Nina Hofmann / Dramaturgie: Michael Kaiser / nach dem gleichnamigen Roman von Finn-Ole Heinrich mit der Live-Musik von Spaceman Spiff
Premiere: Fr. 11.4.14, 18 Uhr, Werkraum
Weitere Familienvorstellungen: So. 13.4., 16 Uhr / So. 27.4.14, 16 Uhr
Schulvorstellungen: Mo. 28.4., 10 Uhr / Di. 29.4., 10 Uhr / Mi. 30.4.14, 10 Uhr

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MAULPLOSIONEN IM WERKRAUM

12. März 2014 | VON: Michael KaiserKeine KommentareKategorie: Mauldawien

»Es war einmal, da hatten wir noch alles. Eine Wohnung im vierten Stock, darüber nur der dunkle, etwas gruselige Dachboden, wo der Staub den ganzen Tag von Lichtstrahl zu Lichtstrahl tanzte und wahrscheinlich auch in der Nacht durch die Dunkelheit, wo die Tauben und die Mäuse und die Geister und die Monster miteinander kämpften, wem hier was gehörte, wer hier wohl der Chef war. Wenn ich nicht schlafen konnte, hörte ich die kleinen Schritte, das Schlurfen, Gurren, Flattern und Landen, das Huschen und Bumpern, Rangeln, Rollen und Tollen, dann die Stille des Staubs.«

So der Auftakt der Geschichte von Paulina »Maulina« Klara Lilith Schmitt, die zu Beginn der Erzählung ihr Leben nicht wiedererkennt. Sie soll die Trennung ihrer Eltern verdauen, einen Umzug schlucken und sich zu allem Überfluss auch noch an einer neuen Schule zurechtfinden. Paulina hat also jeden Grund, wütend zu sein. Sie mag aussehen wie ein zartes Mädchen, aber in ihr wohnen Urkräfte: Wenn sie mault, dann sollte man zusehen, dass man Land gewinnt. Bei Ungerechtigkeit röhrt, schreit und tobt sie. Da schwellen die Adern an ihren Unterarmen, werden ihre Zähne Reißer, der Hals ein Schlund, der Mund ein Maul.

Der Hamburger Autor Finn-Ole Heinrich (Deutscher Jugendliteraturpreis 2012 für »Frerk, du Zwerg«) hat die Geschichte einer besonderen Heldin geschrieben – trotzig, maulig, eigensinnig und voller Fantasie und Witz. Jetzt erzählt er sie gemeinsam mit dem Musiker Spaceman Spiff in einem atmosphärischen Lese-Spektakel – Musik, Klänge, Kulissen und verblüffender Budenzauber inklusive. Die Zuschauer sind ganz nah am Geschehen dran und können beobachten, wie ein Autor höchstpersönlich die Protagonisten seiner Erzählung lebendig werden lässt. Lese- und Hörproben gibt es hier, Karten ab sofort an der Theaterkasse.

Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt
Ungewöhnlich einzigartiges, mirakulös musikalisches Lese-Spektakel
mit Finn-Ole Heinrich und Spaceman Spiff (10+)
Regie: Benedikt Grubel / Ausstattung: Nina Hofmann / Dramaturgie: Michael Kaiser / nach dem gleichnamigen Roman von Finn-Ole Heinrich mit der Live-Musik von Spaceman Spiff
Premiere: Fr. 11.4.14, 18 Uhr, Werkraum
Weitere Familienvorstellungen: So. 13.4., 16 Uhr / So. 27.4.14, 16 Uhr
Schulvorstellungen: Mo. 28.4., 10 Uhr / Di. 29.4., 10 Uhr / Mi. 30.4.14, 10 Uhr

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GEHEIMAKTE MAULDAWIEN

15. Februar 2014 | VON: Michael KaiserKeine KommentareKategorie: Mauldawien

Die Klienten von Finn-Ole Heinrich (im folgenden Bild mit einem schwarzen Krempenhut bekleidet) und Spaceman Spiff (2. v.l., beiger Trenchcoat, trägt einen sog. »Zwirbelschnauzer«) schätzen vor allem deren unauffälliges Vorgehen in Kriminalangelegenheiten und Sonderermittlungsvorgängen.

In der letzten Woche verschlug es das dynamische Hamburger Ermittler-Duo nach Freiburg, um dort verdächtigen Spuren in der Angelegenheit »Geheimakte Mauldawien« zu folgen und diese fachgerecht zu sichern. Seit ihrem legendären Auftritt im ZDF-Flaggschiff »Aktenzeichen XY … ungelöst« werden die beiden europaweit angefordert, wenn es um Rätsel und Geheimnisse aller Art geht.

Heinrich, der aus einer Artisten-Dynastie stammt, hat die Begabung seiner Vorfahren einfach im Blut: Leichtfüßig klettert er, wie einst Onkel Ernesto in der Manege, an allem hoch, was nicht niet- und nagelfest ist.

Geschickt passt er sich seiner Umgebung an, so dass er wie unsichtbar mit ihr zu verschmelzen scheint. Suchen Sie Heinrich doch einmal im nächsten Bild – erst auf den zweiten oder dritten Blick werden Sie ihn dank seiner treffsicherer Tarnung entdecken!

Spiff hingegen ist die Geheimwaffe, wenn es um schwindelerregend schnelle Bewegungsfolgen am Boden geht. Kein Wunder, machte der wendige Bartträger und Pfeiffengenießer nach dem Abitur doch zunächst eine mehrjährige Ausbildung an der Stuntman-Schule Paderborn.

In Freiburg führen die Ermittlungen Heinrich und Spiff zunächst in eine Siedlung, die im Folgenden den Codenamen »Plastikhausen« tragen wird – eine Gegend, wie es sie an vielen Orten in Deutschland gibt. Heinrich und Spiff wissen daher genau, wie man sich in einer Umgebung wie dieser professionell diskret zu verhalten hat:

In ihrem Ermittlungsbericht notieren die beiden: »Reihen von omastrumpfhosengelb verkachelten Häusern mit Fenstern aus Plastik, eins wie das andere, alle gleich, als würde hinter jeder Plastikhaustür der gleiche Mensch wohnen. Wenn keine Nummern an den Häusern wären, könnte man sie gar nicht voneinander unterscheiden. Überall Gardinen und strenge Hecken und Zäune.«

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In einer Gegend wie dieser findet sich auch Paulina Klara Lilith Schmitt, wegen ihres opulenten Maulens »Maulina« gerufen, nach der Trennung der Eltern und dem Auszug aus dem alten Quartier, »Mauldawien« genannt, wieder. Paulina, die wie Heinrich und Spiff als Agentin tätig ist, hält in ihrem Notizblock fest: »Aus der Wohnung mit den vier Zimmern, dem Dachboden des Grauens, dem Garten, dem wertvollen, bunten Frühwerk auf den Tapeten und der Straße voller Freunde ist ein mickriges Plastikhaus am anderen Ende der Stadt geworden. Wenn das, was wir hatten, ein Pfannkuchen war, ist davon nur ein fettiger Abdruck auf dem leeren Teller geblieben und ein Rest von Geschmack auf der Zunge.«

Pfannkuchen können Heinrich und Spiff zur Einsatzbesprechung beim Frühstück leider nicht auftun, weshalb Spiff auf das ausgiebige Pizza- und Dönerangebot der örtlichen Schlemmerbuden zurückgreift. Im Anschluss daran ist er gezwungen, eine kurze Ermittlungspause einzulegen, während Heinrich, der sich glücklicherweise mit schwarzem Kaffee begnügt hat, weiter die Gegend erkundet:

Mit seiner frisch angeschafften digitalen Schmalfilmkamera hält er jede verdächtige Bewegung umgehend fest, um das Material im Anschluss mit Spiff in der Zentrale auszuwerten.

Da plötzlich! Eine verdächtige Zielperson! Und wie auf Stichwort wacht auch Spiff aus unruhigen Pizza- und Dönerträumen auf! Und schließt sich trotz Zwiebelbauch der Verfolgung an! Jetzt geht mit einem Mal alles extrem schnell!

Zehn Minuten später haben Heinrich und Spiff die Spur des unbekannten Verdächtigen verloren. Heinrich ist wegen dieses Misserfolges spürbar ungehalten. Enttäuscht springt er auf die Straße, hält mit ausgestreckter Hand Fahrzeuge an und befragt deren Halter, ob ihnen etwas Auffälliges aufgefallen sei.

Nach einer mehrstündigen Befragung von Autofahrern, Radlern und Fußgängern ist Heinrich und Spiff klar, dass in diesem speziellen Fall nur eine szenische Lösung den erhofften Durchbruch bringen kann. Daher verabreden die beiden sich für den 11. April 2014 im Werkraum des Theater Freiburg. Während Spiff die Titelmelodie der »Fünf Freunde«-Hörspielreihe pfeift, nimmt Heinrich seine Sonnenbrille ab und raunt: »Es bleibt brisant. Sehr brisant.«

Die kursiv ausgewiesenen Textstellen stammen aus »Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt« von Finn-Ole Heinrich. Heinrich und Spiff tragen die Agenten-Kollektion von Nina Hofmann. Die Titelmusik zu »Die fünf Freunde« ist (c) 1978 by Carsten Bohn.