Beiträge unter 'Blogsberg'

BLOGSBERG (6): STRABA

5. Januar 2017 | VON: RedaktionKeine KommentareKategorie: Blogsberg

Oh, Schreck! Der zuweilen recht störrische Besen der kleinen Hexe hat wieder einmal ein Eigenleben entwickelt und ist ausgebüxt. Was also tut man mit 127 Jahren und müden Hexenbeinen? Richtig. Straßenbahn.

Vor der Abfahrt: Regieassistentin Andrea Gerhold, Rabe Abraxas (Marie Bonnet), die kleine Hexe (Stefanie Mrachacz), und FSJ’ler Jannik Stoffel  

Über eine Gewinnaktion der Badischen Zeitung waren Familien am 4. Januar dazu eingeladen, eine Stunde lang mit der kleinen Hexe und Abraxas im Erlebniswagen der VAG kreuz und quer durch Freiburg zu fahren. Michael Kaiser, Leiter des Jungen Theaters, war mit der Kamera dabei und hat den Ausflug der beiden für den Blogsberg festgehalten.

Erst der Besen weg, dann das Hexenbuch verschollen … es scheint zunächst, als würde 2017 für die kleine Hexe nicht sehr rund beginnen.

Glücklicherweise taucht das Buch mit detektivischer Unterstützung der Kinder rasch wieder auf.

Die kleine Hexe und Abraxas kurz vor dem großen »Erdnüsse-in-Regenschirm-zaubern«-Zauber.

Diese Aktion in einem Waggon des ÖPNV ist selbstverständlich ausschließlich für Raben zulässig.

Kurz vor Ende der Rundfahrt: Abraxas erzählt aus dem Alltag mit der kleinen Hexe.

Noch mal Glück gehabt: Als die Bahn vor dem Theater hält, ist der Besen-Ausreißer wieder da.

BLOGSBERG (5): JANAS KOSMOS

9. Dezember 2016 | VON: Michael KaiserKeine KommentareKategorie: Blogsberg

Als Künstlerischer Leiter des Jungen Theaters sitze ich normalerweise im Zuschauerraum und sehe mir Proben und Vorstellungen von dort aus an. Unserem Kinderstück »Die kleine Hexe« dürfte ich fünfzehn Mal auf diese Weise beigewohnt haben. Bis jetzt. Denn Anfang Dezember begleite ich Requisiteurin Jana Ludwig hinter die Kulissen und lerne die Inszenierung aus ihrer Perspektive kennen.

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Requisiteurin Jana Ludwig feat. der mysteriösmagische Schwebebesen

Ganz in schwarz gekleidet, betrete ich eine Stunde vor Vorstellungsbeginn die Requisite Großes Haus, die sich in unmittelbarer Nähe zur Bühne befindet. Um die Schulter trage ich eine Fotokamera und vor meiner Brust baumelt ein Aufnahmegerät, da ich mir das ambitionierte Ziel gesetzt habe, die ganze Zeit über, auf und neben der Bühne Fragen zu stellen und Antworten zu sichern.
Jana treffe ich im hinteren der beiden Räume, vor ihr liegt der erste Besen des Morgens. Sie erzählt mir, dass bei der letzten Vorstellung der daran befestigte Faden gerissen sei. Mit seiner Hilfe wird die Illusion erzeugt, dass die kleine Hexe ihn zwischen ihren Händen schweben lässt. Jetzt gilt es, die Schwebebesen-Konstruktion wieder bühnentauglich zu machen. Dann geht es mit mir im Schlepptau zur Bühne, auf der sich das Ensemble einsingt. Zunächst werden diverse Utensilien auf Requisitentischen, -regalen und im Bühnenbild eingerichtet. Bei Vormittagsvorstellungen, die um 9.30 Uhr beginnen, startet Jana bereits um 8 Uhr mit ihren Vorbereitungen. Und diese Einrichtungszeit ist überhaupt nur deshalb ausreichend, weil Janas Kolleginnen und Kollegen am Abend vorher bereits Dinge vorbereitet haben.

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Erstmals fotografiert: hinter den Kulissen von Balduin Pfefferkorns Ladengeschäft

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Einer der vielen Requisitentische – Hauptthemenfeld hier: Zubehör Rumpumpel

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Seitenbühne links: Die Holzscheitstapel stehen für den garstigen Oberförster bereit.

Ich merke schnell, wie kleinteilig diese Vorstellung ist: Während der 75 Minuten sieht das Publikum auf der Bühne unheimlich viele Stationen – den Blocksberg, das Haus des Raben Abraxas und der kleinen Hexe, den Marktplatz, Pfefferkorns Laden, den Wald der Klaubholzweiber usw. All diese Orte wurden von der Requisite umfangreich eingerichtet und ausgestattet. Im Haus der Hexe beispielsweise finde ich Abraxas‘ »Rabische Zeitung«, die speziell für diese Inszenierung hergestellt und gestaltet wurde.

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Ellenlange Listen mit den für das Stück benötigten Requisiten

Jana zeigt mir die Einrichtungsbücher, in denen sämtliche Requisiten katalogisiert, Abläufe notiert und Fotos zur Dokumentation hinterlegt wurden. Ich frage, ob sie diese Aufzeichnungen überhaupt noch benötigen würde. »Nein, ich habe eigentlich alles im Kopf. Und im Zweifelsfall befindet sich in meiner Tasche noch ein Spickzettel mit allen Umbauten. Die exakte Dokumentation ist für alle Kolleginnen und Kollegen wichtig. Da das Kinderstück insgesamt 45-mal gespielt wird, kann ich alleine gar nicht alle Vorstellungen abdecken. Hier kommt also zwangsläufig früher oder später das gesamte Team zum Einsatz.«

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Schauspielerin Stefanie Mrachacz (die kleine Hexe) schaut in der Requisite vorbei.

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BLOGSBERG (4): HEISSE MARONI!

29. November 2016 | VON: Benedikt GrubelKeine KommentareKategorie: Blogsberg

Am Freitagabend spielen wir unser beliebtestes Weihnachtsmärchen »Die kleine Hexe« exklusiv für Erwachsene zu später Stunde (inklusive After Hour in der Hexengrotte). Und alle sind dabei: Oberhexe, Klaubholzweiber, Schneemann, Kräuterhexe, Fritz, Sepp, die Mume Rumpumpel, der böse Oberförster und natürlich der bitterlich frierende Maronimann. Doch nicht nur von der Bühne wird es am Freitagabend lauthals »Heiße Maroni!« schallen, denn extra zum Latenight-Special gibt sich auch der »echte«, »leibhaftige« Maronimann vom Münsterplatz ein Stelldichein und wird vor und nach der Vorstellung seine heißen, edlen Esskastanien auf dem Theatervorplatz feilbieten.

Der Maronimann heißt Axel Schwendemann und täglich schlägt er seinen Stand neben den Oliven und den Blumen auf dem Münstermarkt auf. Es ist ein Novembervormittag – ein kalter, klarer Herbsttag mit blauem Himmel und eisigem Wind, und routiniert schaufelt Herr Schwendemann 100 Gramm frisch geröstete Maroni aus seiner mit Holzkohle beheizten Pfanne in eine kleine braune Papiertüte. Der Form halber wiegt er die Tüte noch kurz ab (mit einer herrlich antiken Messingwage), um sie dann einem älteren Herren in die Hand zu drücken. »Guten Appetit!« wünscht Herr Schwendemann und verrät, dass Maronis viele wertvolle Nähr- und Mineralstoffe enthalten und auf der ganzen Welt dafür geschätzt werden: Ob in China oder in Italien, in Korea oder in Portugal.

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BLOGSBERG (2)

9. November 2016 | VON: Julia HeinKeine KommentareKategorie: Blogsberg

In vier Tagen ist es endlich wieder so weit: In der letzten Spielzeit von Barbara Mundel und Team kehrt das beliebteste Kinderstück zur Weihnachtszeit der letzten zehn Jahre zurück auf die Bühne – »Die kleine Hexe« nach Otfried Preußler. In Teil 2 von »Blogsberg« erfahren wir, was ein Ster Holz ist und wie man mit Bärlappsporen Hexenfeuer entfacht.

Es ist Walpurgisnacht auf dem Blocksberg: Die kleine Hexe und der Rabe Abraxas wollen unbedingt dabei sein. Ihr windschiefes Hexenhäuschen steht weit draußen im düsteren Wald. Für das Bühnenbild wurde folglich ein Material ganz besonders benötigt: Holz! Ein Blick hinter die Kulissen soll zeigen, wie eine solche Menge Holz ihren Weg ins Theater finden konnte, um der kleinen Hexe ihren Wald zu zaubern. Und das ganz ohne magische Kräfte!

Eigens für die Inszenierung wurden mit Hilfe des Forstamts Freiburg mehrere hundert Kilogramm Holz aus dem Schwarzwald mit einem LKW ins Theater geschafft, erzählt Zimmermann Stefan Winterer aus der Schreinerei des Theaters. Genauer handelt es sich hierbei um drei Ster Holz, die mit Hilfe der Waldarbeiter aufgesägt wurden. Ein Ster Holz beträgt ganze 600 Kilogramm Holz.

Dazu gehören auch sechs Baumstämme, die aufgrund ihrer Feuchtigkeit sehr schwer gewesen seien. Verschiedenste Baumarten wurden für das Bühnenbild von »Die kleine Hexe« verwendet: Hagebuche, Esche, Buche und Eiche. Rüstmeister Raphael Weber berichtet, dass es viel Arbeit gewesen sei, all das Holz aus dem Waldstück bei der Jugendherberge ins Theater zu transportieren.

Die aus kleinen Restbeständen stammenden »X-hundert Kilo Holz« hätten sie mit zwei großen LKW-Ladungen bereits vor der Sommerpause geholt. Seit September kamen noch kleinere Stämme und Reisig hinzu. Es freue ihn, dass die Zusammenarbeit mit den Waldarbeitern wirklich super funktioniert habe. In der letzten Phase vor der Premiere galt es, die gesamte Wald-Szenerie so verwildert und märchenhaft wie möglich zu gestalten. Der enorme Aufwand lohnt sich, denn mit Kunstholz könnte eine solch authentische Wirkung nie erzielt werden!

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Nun da das Hexenhäuschen steht, stellt sich noch die Frage, wie die kleine Hexe eigentlich zaubert? Das Highlight unserer Kinderstücke birgt hierbei für die Bühnentechnik und die Requisite des Theaters weitere Herausforderungen … more_link_text

BLOGSBERG (1)

1. November 2016 | VON: RedaktionKeine KommentareKategorie: Blogsberg


Endlich wieder auf dem Tagesplan: »Die kleine Hexe« – Bühnenproben im Großen Haus.

Am 13. November ist es endlich, endlich (!) wieder so weit: In der letzten Spielzeit von Barbara Mundel und Team kehrt das beliebteste Kinderstück zur Weihnachtszeit der letzten zehn Jahre zurück auf die Bühne des Großen Hauses. Die Rede ist natürlich von »Die kleine Hexe« nach dem Kinderbuch von Otfried Preußler. Hinter den Kulissen wird schon fleißig Holz geschichtet, es wird mit neuen Schauspielerinnen und Schauspielern geprobt und der ein oder andere Hexenbesen geschnürt.


Vor der Requisite im Großen Haus verraten drei Besen, welches Stück gerade geprobt wird.

Die Zeichen stehen also auf Walpurgisnacht – und auf dem Blog wollen wir davon berichten. In Teil 1 von »Blogsberg« unterhält sich Michael Kaiser, Künstlerischer Leiter des Jungen Theaters, mit Thalia Kellmeyer, der Regisseurin, über Wiederholungstäter, Veränderungen rund um den Blocksberg und die Chancen einer Neu-Inszenierung.

Michael Kaiser: Thalia, sieben Jahre nach der Premiere von »Die kleine Hexe« inszenierst du das Stück zum zweiten Mal. Was hast du gedacht, als du gefragt wurdest, ob du das noch einmal machen möchtest?

Thalia Kellmeyer: Toll! Ich hatte mich darüber sehr gefreut, denn die Inszenierung liegt mir sehr am Herzen. Besonders zu Beginn die Walpurgisnacht mit der Ankunft der verschiedenen eigenartigen Hexen. Und dann sowieso die Aktionen der kleinen Hexe gemeinsam mit dem Raben Abraxas, wie z. B. als sie bei Balduin Pfefferkorn einen neuen Besen kaufen, wie die kleine Hexe die Klaubholz-Weiber wieder fröhlich stimmt, den Förster verhext, dem Maroni-Mann hilft – alle diese Szenen und die Musik darin sind mir sehr ans Herz gewachsen … Wie ging es dir mit dieser Idee?

Michael Kaiser: Der Vorschlag, die »Hexe« noch ein letztes Mal zu zeigen, kam bei unseren Konzeptionsgesprächen ja immer wieder einmal auf den Tisch. Sollen wir? Können wir? Müssen wir nicht eigentlich sogar? Warum denn nicht?

Ich persönlich war von Anfang an ziemlich angetan von dieser Idee und schlug vor, ein paar Eltern und Lehrerinnen meines Vertrauens anzurufen, um sie zu fragen, ob auch sie noch einmal Lust auf das Stück hätten. Rund zehn Telefonate später war ich mir sicher: Wir machen das! Denn die Rückmeldungen waren alle extrem euphorisch. Eine Lehrerin meinte ganz freudig überrascht: »Endlich wieder!« Dieses Motto haben wir jetzt auch auf das Stückplakat geschrieben …

Und sag, was erwartet uns: Was wird neu sein und was bleibt unverändert?

Thalia Kellmeyer: Letztlich gibt es ganz viel Neues, denn es wurde ja die gesamte Besetzung geändert. Jede neue Schauspielerin, jeder neue Schauspieler bringt neue Färbungen ein und macht sich die Rolle zu eigen. Unverändert bleiben das Bühnenbild, die Kostüme, die Textfassung, die Musik und das Inszenierungskonzept. Also für mich gibt es durchaus viele Änderungen, aber inwieweit man die von außen wahrnimmt, kann ich nur schwer beurteilen.


Michael Kaiser und Thalia Kellmeyer

Michael Kaiser: Gibt es Aspekte, die du 2009 nicht umsetzen konntest, jetzt aber einarbeiten wirst?

Thalia Kellmeyer: Ja, das gibt es. Das soll allerdings ein kleines Geheimnis bleiben, und ich bin gespannt, ob es der ein oder andere »Hexenkenner« bemerkt.

Michael Kaiser: »Die kleine Hexe« war eine außergewöhnlich beliebte Inszenierung. Welches Feedback von Zuschauerinnen und Zuschauern hat dich am meisten gefreut oder beeindruckt?

Thalia Kellmeyer: Mich hat es sehr gefreut, dass sowohl Jung als auch Alt die Inszenierung besucht hat. Für jeden war etwas dabei: Es sei kurzweilig, spannend und liebevoll … was will man mehr?


Probenbühnenbild für »Die kleine Hexe«: Viele Elemente sind schon im Original rollbar.

Michael Kaiser: Das ging mir ähnlich bei Gesprächen mit Zuschauerinnen und Zuschauern im Foyer oder am Telefon. Wir haben immer wieder festgestellt, dass Erwachsene das Stück auch ohne Kinder besucht haben. Deshalb kam die Idee auf, »Die kleine Hexe« am 2. Dezember einmalig in einer Latenight-Vorstellung speziell für Erwachsene zu zeigen.

Thalia Kellmeyer: Ist es eigentlich die erste Latenight-Show eines Kinderstücks hier am Haus?

Michael Kaiser: Im Großen Haus ist es das erste Mal, aber im Werkraum haben wir dieses Format schon einmal ausprobiert bei »Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt« vor zwei Jahren. Das war phänomenal gut, weshalb ich mich sehr auf das Special freue.

Preußler hat das Kinderbuch 1957 veröffentlicht. Warum funktioniert die Geschichte heute immer noch so gut, rund 60 Jahre später?

Thalia Kellmeyer: Als ich meinem ältesten Sohn, der unlängst in die Schule gekommen ist, das Buch vorgelesen habe, merkte ich, wie amüsant und spannend die Geschichte für ihn ist, dass sie also auch Kinder von heute noch sehr in den Bann zu ziehen vermag. Hexen, Walpurgisnacht und der Kampf der kleinen Hexe für eine bessere Welt – das finden Kinder spannend und sie identifizieren sich damit. Insofern ist die Geschichte, wie die meisten guten Geschichten, quasi zeitlos.


Regisseurin Thalia Kellmeyer im Gespräch mit dem Musiker Ro Kuijpers

Michael Kaiser: Ursprünglich kommst du ja vom Musiktheater. Worin besteht für dich als Regisseurin der Unterschied, beispielsweise eine Kinderoper oder ein Schauspiel wie »Die kleine Hexe« auf die Bühne zu bringen?

Thalia Kellmeyer: Ich inszeniere sehr gerne Kinderstücke. Man kann sich da richtig austoben, nahezu jede Idee einbringen. Das Tolle ist, dass hier das gesamte Bühnenstück samt der Musik erst entsteht. Man kann selbst überall Hand anlegen, gute Ideen, neue Texte und Szenen einfügen und ein rundes Gesamtwerk – ganz nach dem eigenen Geschmack entstehen lassen. Bei der Oper gibt es meiner Meinung nach andere Herausforderungen. Hier habe ich immer das Gefühl, der vorgegebenen Struktur auf die Schliche zu kommen, sie zu knacken und lebendig werden zu lassen.

Michael Kaiser: Was möchtest du Kindern mit dieser Inszenierung von Preußlers Kinderbuch-Klassiker mit auf den Weg geben?

Thalia Kellmeyer: Auch große Hexen kochen nur mit Wasser …

Den E-Flyer mit den Terminen sämtlicher Familienvorstellungen von »Die kleine Hexe« kann man hier herunterladen.

Fotos: Michael Kaiser, Thomas Kunz, Maurice Korbel