Beiträge unter 'Attacca!'

WENN LESEFÜCHSE PLÖTZLICH SINGEN …

30. Juni 2016 | VON: Franziska LuschKeine KommentareKategorie: Attacca!

… dann kann das nur eines heißen: ATTACCA! hat wieder zugeschlagen! Ende April überraschte der Chor die Besucher der Freiburger Stadtbibliothek mit einem aufsehenerregenden Flashmob.

Eigentlich ist die Bibliothek am Marktplatz ein Ruheort für Wissensbegierige und Geschichtenliebhaber, aber an diesem Tag wurde zwischen den Bücherregalen für Unruhe gesorgt. Mitreißende Rhythmen, beschwingte Melodien – unter der musikalischen Leitung von Joel da Silva – beschallten die gesamten Räumlichkeiten. Gepaart mit der von Thalia Kellmeyer entwickelten Choreografie konnte sich keiner mehr auf sein Buch konzentrieren.

Vielen Dank an die Stadtbibliothek für diese Möglichkeit!

Geheimtipp: Am 2. Juli gegen 18 Uhr wird der Freiburger Stadtgarten zur Musikwiese gemacht. Wer Lust bekommen hat, sich ATTACCA! aus der Nähe anzuschauen, sollte dort nach dem MusikTheaterChor Ausschau halten.

Wenn ihr selbst mitsingen möchtet, findet ihr hier weitere Infos zu ATTACCA!

DAMIT HÄTTE ICH NICHT GERECHNET

28. April 2016 | VON: Franziska LuschKeine KommentareKategorie: Attacca!

ATTACCA! überrascht nicht nur bei den Flashmobs in der Freiburger Innenstadt, sondern auch die Teilnehmer selbst. Hier ein Ausschnitt aus einer wundervollen E-Mail unserer Sängerin Alexandra:

»Ich erinnere mich noch gern an die erste ATTACCA!-Probe in so einer großen Runde – mit Sonnenuntergang und herrlichem Panorama und da ist bei mir zum ersten Mal etwas passiert, mit dem ich nicht gerechnet hätte. Durch die Bewegungs- und Pantomime-Übungen und dem Gesang, durch Joels hervorragende Art, seine Liebe zur Musik weiterzugeben und durch das Einlassen auf das Ganze, haben bei mir im Nachhinein einige Synapsen geknackt. Gerade durch die Kombination von Bewegung, Gesang und in gewisser Weise Schauspiel hat sich für mich ein ganz neuer Zugang zur Musik und mir selbst als Stimmkörper eröffnet. Was Joel musikalisch weitergibt, wie ich dadurch gelernt habe, mich weiter zu trauen, meiner eigenen Stimme zu vertrauen, mir selber Fehler nicht krumm zu nehmen und weiter zu gehen, meine Grenzen zu fühlen und über sie hinaus zu gehen bis all meine Lungenbläschen geputzt sind – das ist einfach einmalig. Ich halte ihn für einen großartigen Musiker und Sänger und bin dankbar dafür, dass er das auch im Rahmen von ATTACCA! auf seine ureigene, erfrischende und mitreißende Art weitergibt (ich wusste gar nicht, wie komplex Schubidu-Sätze sein können).
In der ersten Probe im neuen Jahr hat Olivia einige Bewegungsübungen mit uns gemacht – ganz minimalistisch und doch so wirkungsvoll. Ich war sehr fasziniert, mich selber und die Gruppe darin wahrzunehmen und dann auch beobachten zu können, was für eine unscheinbare, doch sehr beeindruckende Dynamik untereinander entsteht, die einfach berührt. Und das alles muss noch nicht einmal kompliziert oder komplex sein, sondern besticht durch seine Spontanität, den Überraschungseffekt, durch die Gruppendynamik, durch einfache Präzision und durch die Freude, die dabei ganz automatisch entsteht.«

Tipp: Wer nun Lust bekommen hat, sich ATTACCA! aus der Nähe anzuschauen und sich von dem gewissen Überraschungseffekt FLASHen zu lassen, sollte am 30. April gegen 10.30 Uhr nach dem MusikTheaterChor in der Stadtbibliothek Ausschau halten …

Wenn ihr selbst mitsingen möchtet, findet ihr hier weitere Infos zu ATTACCA!

ATTACCA! – DIE ZWEITE

21. Dezember 2015 | VON: Clarissa MerzKeine KommentareKategorie: Attacca!

Letzten Sonntag war unser Chor »ATTACCA! – MusikTheater für alle« wieder unterwegs: Diesmal hat er die Innenstadt und den Weihnachtsmarkt erobert. Mit Gesang, szenischer Performance, skurrilen Kostümen, Requisiten und viel Spaß entführte er die Passanten für einige Minuten aus dem Alltag. more_link_text

AUF DIE PLÄTZE, FERTIG … ATTACCA!

11. Dezember 2015 | VON: Clarissa MerzKeine KommentareKategorie: Attacca!

Minuten vor dem Auftritt. Alles geprobt, durchdacht und vorbereitet. Aus dem Großen Haus tönen die letzten Songs von »Sweeney Todd« vor der Pause. Die Spannung wächst. Kellner laufen hin und her, erwarten mit hundert Sektgläsern die Theatergäste. Schließlich ertönt das Pausenzeichen, Leute kommen, allgemeines Murmeln hebt an. Wir warten noch ab. Das Winterer-Foyer füllt sich langsam mit Besuchern, Thalia gibt das Zeichen. Hereinkommen und Auftreten, als wäre man etwas ganz Besonderes (wie geht man eigentlich sonst so durchs Leben?). Traut euch, wagt es. Plötzlich wird es ganz persönlich, und doch bleiben wir eine Gruppe, eine Formation aus scheinbar vereinzelten Individuen. Wir verteilen uns im Raum. Platz suchen, Jacke oder Mantel ausziehen, in einer fließenden Bewegung und ganz bewusst, ohne Hin- und Herruckeln. Blick auf Joel. Dieser summt an, wir setzen ein. Unser Klang entfaltet sich unerwartet gut, trotz der vielen Leute. Wir hören uns, die anderen wie uns selbst. Ich fühle mich getragen. Unter uns stechen Einzelne mit farbigen Hüten und festlichen Abendkleidern hervor, echte Hingucker. Dazwischen die unauffällig Gekleideten. Ich könnte jetzt auch eine normale Theaterbesucherin sein, die spontan in den Gesang einstimmt, sich anstecken lässt – ein beflügelnder Gedanke. Wir stehen, die Theaterbesucherinnen und -besucher sitzen oder beobachten die Szene vom Rand aus. Manche bleiben abgewandt, setzen ihr Gespräch fort; andere sind neugierig, richten ihre Blicke auf uns. Was passiert denn da?
Mit der Melodie des Gefangenenchores aus »Nabucco« machen wir uns auf den Weg, durchqueren den Raum, gehen hinaus ins Foyer, steigen hintereinander die Treppe herab, finden einen Weg durch die Leute hindurch. Diese machen Platz, weichen zurück, schauen oder singen mit!
Wir sind stolz, lächeln, setzen unsere Melodie bis in den Eingangsbereich fort, öffnen die Türen, treten singend auf den Theatervorplatz. Es geht weiter und weiter. Wir wenden uns nach links, gelangen ins offene Freiburg, Bertoldstraße, Leute im Straßencafé, leiser Applaus. Flieg, Gedanke! Etwas ist geschehen.

Text von Isolde Teufel

Hinter »ATTACCA! – Musiktheater für alle« verbirgt sich ein Chor aus unterschiedlichsten Menschen, die sich einmal wöchentlich treffen und unter der musikalischen Leitung von Joel da Silva Lieder und Melodien erarbeiten. Diese werden mit der Regisseurin Thalia Kellmeyer und der Choreografin Olivia Maridjan-Koop zu kleinen Szenen ergänzt. Mit den so entstehenden Musiktheater-Collagen geht es dann in die Stadt (oder auch mal ins Theater).

Am Sonntag wird ATTACCA! dann die Innenstadt unsicher machen.